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| Ausgabe 04/2009 |
August + September 2009 |
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Die Buddha - Statuen von Bamiyan
Ansicht um 1878 Im 2500 Meter hoch gelegenen Tal von Bamiyan standen bis zur Zerstörung durch das Regime der Taliban im März 2001 die Statuen von Bamiyan. Die gleichnamige Provinz liegt etwa 130 Kilometer nordwestlich von Kabul und gehört zum Siedlungsgebiet der Hazara, einem mehrheitlich ehemaligen Nomadenvolk.
Die Provinz Bamiyan Die Statuen waren die größten stehenden Buddha – Statuen der Welt. Sie wurden im 6. Jahrhundert aus rotem Sandstein gemeißelt. Archäologen datieren die kleinere der Statuen auf die Zeit um ca. das Jahr 500, die größere um ca. 550. Die Höhe der Statuen betrug etwa 34,5 Meter und 55 Meter. Allerdings sind in der Literatur abweichende Angaben der Höhe zu finden, was wohl daran liegt, dass unterschiedliche Maßeinheiten zugrunde gelegen wurden.
Im Jahre 1963 Bis heute vermuten Wissenschaftler, dass es noch eine dritte Statue im Tal gab, eine liegende und nach der wird immer wieder gesucht, bisher ohne Erfolg. Es könnte daher sein, dass diese bereits in den vergangenen Jahrhunderten zerstört wurde. Bei dieser soll es sich um eine Darstellung des Buddha in seinem Sterbebett handeln, der angeblich eintausend Beine hatte.
Foto: Ursula Meissner/Erich Lischek Im Jahre 632 besuchte der chinesische Mönch Xuanzang (auch Hsüan-Tsang) das Tal von Bamiyan während seiner Reise nach Indien und erwähnte diese liegende Statue und gab ihre Größe mit 1000 Fuß - das sind etwa 300 Meter - an. Seine Angaben über die Größe und die Lage der stehenden Buddha-Statuen hatten sich bei Nachforschungen als bemerkenswert genau erwiesen. Daher wird sein Bericht von den Forschern als sehr glaubwürdig eingestuft.
Foto: Ursula Meissner Allerdings glauben die meisten Experten, dass diese liegende Statue bereits seit langer Zeit zerstört ist. Andere meinen, sie sei im Erdboden verborgen und dafür gibt es zwei Gründe. Erstens, sie könnte durch eine Erdbeben verschüttet worden sein und zweitens könnten die Bewohner des Tales sie aus Angst vor Zerstörung durch muslimische Eroberer versteckt haben.
Foto: Ursula Meissner Zur religiösen Bedeutung der Statuen ist bei Wikipedia zu lesen:
Die Geschichte der Statuen geht zurück auf die buddhistische Gandhara – Kultur, die sich etwa Mitte des 1. Jahrhunderts gebildet hatte. Seit Gandhara Teil des Reiches des indischen Maurya – Königs Askoha (regierte ca. 268 v. Chr. bis 232 v. Chr.) war, gewann der Buddhismus zunehmend Verbreitung. Als die Statuen gebaut wurden, stand das Land unter der Herrschaft der Weißen Hunnen. Ihr König Kanishka war zum Buddhismus konvertiert und unter seiner Herrschaft wurde Bamiyan zu einem Ziel von Gelehrten und Pilgern. Im Reisebericht des Mönches Xuanzang ist zu lesen, dass die Statuen ursprünglich mit Gold überzogen und Juwelen geschmückt waren.
Foto: Ursula Meissner Immer an der Seidenstraße entlang gab es in Zentralasien eine Reihe unterschiedlich großer Siedlungen, die buddhistisch geprägt waren. Bamiyan beherbergte im 6. Jahrhundert mehrere tausend buddhistische Mönche. In der Felswand an den Statuen befinden sich die aus dem Fels gegrabenen Höhlen, den Wohnungen der Mönche. Es wird geschätzt, dass es etwa 900 dieser Wohnhöhlen gab oder noch gibt.
Foto: Ursula Meissner/Erich Lischek Ab etwa dem 7. Jahrhundert breitete sich der Islam in Zentralasien aus und die Statuen verloren zusehends ihre Bedeutung. Außerdem gab es auch schon früher Zerstörungen an diesen, da der Islam die Darstellung menschlicher Figuren nicht erlaubte. So verloren sie zuerst ihren Schmuck, dann die Gesichter und Hände. Bis zum Jahr 1979, als die Sowjetunion Afghanistan besetzte, war die gesamte Provinz Bamiyan ein internationales Touristenziel. So führte der so genannte „Hippie Trail“ durch die gesamte Provinz.. Dieser Trail beschreibt die Reiserouten der Hippies über Land von Europa nach Ostasien. Ab der Besetzung durch die Sowjets war das Tal immer ein strategisch wichtiger Punkt, der oft genug den Besitzer wechselte. Es befanden sich dort erst Stellungen der sowjetischen Truppen, der Mudschahedin und schließlich der Taliban. Im September 1998 zerstörten Taliban das Gesicht des kleineren Buddha und schließlich, am 12. März 2001 sprengten Taliban – Milizen auf Anordnung von Mullah Mohammed Omar gesamten Statuen.die Wikipedia schreibt dazu:
Im Dez. 2001, also nach dem Ende der Talibanherrschaft veranlasste die UNESCO eine Erhebung über den Zustand der Statuen. Dabei wurden die Reste abgedeckt, um Witterungsschäden zu vermeiden.
Aufbewahrung der geborgenen Trümmer der Statuen (2007 Im Jahre 2002 stellte sich heraus, dass über 80% der Höhlenmalereien entweder mutwillig zerstört oder von Plünderern geraubt worden waren. Wikipedia schreibt zu dazu:
Ob die Statuen von Bamiyan jemals restauriert werden sollen, oder nicht, ist umstritten. 2002 fand eine Expertentagung im Rahmen der UNESCO statt und dort vertrat man die Meinung, dass die Sicherung anderer unmittelbar vom Einsturz bedrohter kultureller Denkmäler Afghanistans vorrangig sei.
Nach der Zerstörung 2005 Teile der einheimischen Bevölkerung sind anderer Ansicht, dazu die folgenden Zeilen:
Seit 2003 ist das Bamiyantal übrigens mit seiner uralten und vorislamischen Kulturlandschaft Weltkulturerbe. Die Zerstörung hat viele nationale und internationale Proteste ausgelöst, was aber aus den Trümmern wird, lässt sich heute nicht sicher sagen oder schreiben.
Foto: Ursula Meissner/Erich Lischek Ein Gedicht der nach meiner Information persischen Dichterin Bahar Sayed Elanzum Jahrestag der Zerstörung der Buddha-Statuen veranschaulicht diesen Protest. Es lautet: „Ihr habt zur Trauerklage genug Anlaß gegeben Rund 1500 Jahre alt geworden sind die Buddha -Statuen im Bamiyantal. Ein paar Fanatiker haben sie vernichtet aus Gründen, die werde Moslems noch Angehörige anderer Religion nachvollziehen können. On es richtig wäre, sie wieder herzustellen, oder on man sie nicht in ihrem derzeitigen Zustand als Mahnmal stehen lässt, kann und will ich nicht beurteilen. Dazu fehlt mir das Wissen. Emotional kann ich diejenigen verstehen, die für die Restauration sind, mein Verstand sagt mir, die Menschen in Afghanistan benötigen so viele Dinge, um wieder ein „normales“ Leben führen zu können, nach so vielen Jahren Krieg und Zerstörung im Lande. Wahrscheinlich müssen das die Menschen im Lande entscheiden, denn sie wissen am besten, was diese Statuen bedeuten.
Im Sinne der uralten Kultur Hartmut Deckert
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