Ausgabe 04/2009
August + September 2009

Band-e Amir ..

Die Blauen Seen

Pilger
Foto: Luke Powell
http://www.lukepowell.com/

Die „blauen Seen“ von Band-e Amir liegen in Afghanistan, in der Provinz Bamiyan auf 2400 Meter Höhe.

Provinz Bamiyan
Quelle: Wikipedia

Diese Provinz gehört zum afghanischen Hochland, dem so genannten Hazarajat. Der Name sagt es aus, bewohnt wird das Gebiet hauptsächlich von Hazara, einem ehemaligen Nomadenvolk, dass heute zum größten Teil sesshaft ist.

Hazaras
Foto: Luke Powell
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Insgesamt besteht diese Seengruppe aus sechs Seen, von denen einer ausgetrocknet ist. Die noch vorhandenen sind für ihr intensiv blaues Wasser berühmt. Der hohe Kalk - und Mineraliengehalt und der leuchtend blaue Himmel in der trockenen Höhenluft sind die Ursache für dieses Phänomen. Dem Wasser werden zudem Heilkräfte zugeschrieben. Sie sind eingefasst von Travertindämmen

Travertindämme

Foto: Luke Powell

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Die einzelnen Seen haben folgende Namen:

Band-e Haibat (See/Damm des Zornes)

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Band-e Zulficar (See/Damm des Schwertes)

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Band-e Kambar (See/Damm des Dieners)

Umgebung von Band-e Kambar

Foto: Luke Powell

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Band-e Panir (See/Damm des Käses)

Quelle: Wikipedia

Band-e Gholaman (See/Damm der Sklaven)

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Band-e Pudina (See/Damm der Minze)

Band-i-Panir and Band-i-Pudina

Foto: Luke Powell

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Zu einem derartig außergewöhnlichen  und besonderen Naturschauspiel gehört natürlich auch eine beeindruckende Sage, wie diese Seen entstanden sind und die soll hier wiedergegeben werden:

„ ... Als Mohammed, der Stifter des Islam, 632 n. Chr. starb, riss sein Schwiegervater in Arabien die religiöse Macht an sich.

Ali, der Vetter und Schwiegersohn des Propheten, den viele als einen wesentlich würdigeren Nachfolger ansahen, musste dagegen ins Exil.

Die Spekulationen über Alis Verbleib führten zu folgender Legende:

Mit seinem getreuen Diener Kambar erreichte Ali Afghanistan, bevor der Islam hier Fuß gefasst hatte. Im Tal von Band-e Amir wurden die beiden von einem bösen Fürsten überrascht, der sie gefangen nehmen wollte.

Fluchend entkam Ali über einen Berg, von wo er einen Stein auf seine Verfolger hinabstieß. Der Fall dieses Steins löste einen Erdrutsch aus, der seinerseits den durchfließenden Fluss aufstaute und auf diese Weise zur Bildung eines Sees führte. Dieser See und der dazugehörige natürliche Damm erhielten den Namen Band-e Haibat.

Mit seinem Schwert schlug Ali einen weiteren Felsbrocken los und schuf so den Band-e Zulficar.

Auf einen Wink seines Herrn hin schuf Kambar den dritten See, indem er den Band-e Kambar aufschüttete.

Sodann warf Ali mehrere Käselaibe, die ihm die Frauen der Gegend bereitet hatten, in den Fluss und schuf so den Band-e Panir.

Sklaven, die Ali von der drückenden Herrschaft des Tyrannen erlöste, schufen den Band-e Gholaman.

Die sechste und letzte Talsperre Band-e Pudina bildete sich, als Ali frisches Pfefferminzkraut in den Fluss warf.

Soweit die Sage.

Foto: Luke Powell

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In den 1960er sowie der 1970er Jahren war die Ban - e - Amir - Seenkette ein  bedeutender touristischer Anziehungspunkt und zugleich ein wichtiges Etappenziel des so genannten „Hippie Trail“. Dieser Trail beschreibt die Reiserouten der Hippies über Land von Europa nach Ostasien und hatte als Grundideen solche Ideale wie Selbst - oder Gottfindung sowie den kulturellen Austausch mit anderen Völkern.

Foto: Luke Powell

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Die Hippis sind verschwunden, zu gefährlich, aber kürzlich wurde die Band-e -Amir – Seenkette zu Afghanistans erstem Nationalpark ernannt. Dies bedeutet einen wichtigen Schritt zum Schutz seiner  Naturwunder.

Foto: Luke Powell

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Die alte Tradition der Gastfreundschaft gegenüber Fremden erlebt die ersten kleinen Schritte zu einem Tourismus früherer Zeiten. So bildet man im zentral gelegenen Bamian-Tal Führer aus, die erste Besucher zu den Sehenswürdigkeiten führen und Gastwirte werden über den Dienst am Kunden belehrt.

Foto: Luke Powell

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Finanzielle Hilfe bekommen die Einheimischen zur Ausbildung der „Tourismusmitarbeiter“ vom Agha Khan Development Network, einer in Genf ansässigen islamischen Entwicklungshilfeorganisation, im Rahmen eines 1,2 Millionen Dollar schweren Programms zur Förderung des Ökotourismus.

Dazu gehört aber auch, dass endlich die Unmengen an Landminen und Kriegsgeräten verschwinden, die für die „Einheimischen“ genauso gefährlich sind, wie für die wenigen Touristen. Auch hier unterstützen Hilfsorganisationen mit Geld und Fachleuten.

Foto: Luke Powell

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Foto: Luke Powell

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Thailand ist doch eigentlich langweilig, oder?

Na dann, auf Wiedersehen in der Provinz Bamiyan.

Hartmut Deckert